Aktuelle Situation

Bevölkerung

Von den ca. 14 Mio. Einwohnern Guatemalas sind ca. 60% Indigenas d.h. direkte Nachkommen der Mayas. Es gibt mehr als 20 indigene Volksgruppen, die ihre eigene Sprache sprechen. Zudem gibt es Mestizen (Vermischung von Einheimischen und spanischen Weißen ), in Guatemala auch Ladinos genannt. Die Ladinos bilden die Mittel- und Oberschicht des Landes.
Rassismus prägt das Verhältnis zwischen Ladinos und den indigenes Volksgruppen, der vor allen von der "herrschenden Klasse" der Ladinos ausgeht. Zudem gibt es noch die Garifunas, die Schwarzen Guatemalas, die an der Karibikküste des Landes leben und eine untergeordnete Rolle spielen.

Gesundheit

In Guatemala kommt ein Arzt auf 20.000 Einwohner. Die Hospitäler sind fast alle in einem erbärmlichen Zustand und verfügen nicht über die notwendige medizinische Ausrüstung um ausreichend Hilfe zu leisten.

Der Gesundheitszustand der Guatemalteken ist der schlechteste in ganz Mittelamerika. Große Teile der Bevölkerung haben kaum Zugang zu ärztlichen Hilfeleistungen. Jeder Arztbesuch kostet Geld, dass der Landbevölkerung fehlt. Mangelnde Hygiene, katastrophale sanitäre Verhältnisse und die Fehlernährung sind weitere Ursachen für den Besorgnis erregenden Zustand vor allem der indigenen Bevölkerung.
Besonders zu Beginn der Regenzeit beginnt in den ärmsten Regionen des Hochlandes alljährlich das große Kindersterben, wenn das Trinkwasser verunreinigt ist und die Familien nach dem Einkauf von Dünger für die nächste Maisaussaat kein Geld mehr für Medikamente haben.

Bildung

Guatemala gehört mit rund 29% Analphabeten zu den Ländern der Welt mit der höchsten Analphabetenquote. Wegen der schlechten Versorgungslage liegt diese Quote auf dem Lande wesentlich höher als in urbanen Zonen. Das bedeutet, dass die Indigenas, besonders die Frauen, am meisten benachteiligt sind. Extrem niederschmetternd ist die Lage in den Verapaces, in Quiche und im Dep. San Marcos.

Armut

Laut UN-Bericht für 2000 verdient ein Viertel der Gesamtbevölkerung weniger als 1 US Dollar täglich (2,8 Mio. Personen). Noch weitere 57 % können nicht mehr als 2 US Dollar täglich ausgeben.
Die überragende Mehrheit der Armen lebt auf dem Land. Wie in allen Ländern der 3.Welt spielt die Kinderarbeit bei der Unterstützung der Familie eine große Rolle. Auf dem Land sind die Kinder in den täglichen Arbeitsablauf der Familie integriert; in den Städten arbeiten sie allein auf der Straße. Hunderttausende sind es die als Schuhputzer, Gehilfe, Autowäscher oder durch sonstige Gelegenheitsjobs ihre Familien unterstützen.